Haus geerbt – sanieren oder verkaufen? So findet man eine tragfähige Entscheidung

Sollte man ein geerbtes Haus sanieren oder verkaufen
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Trauer und Freude zugleich – das sind in etwa die Gefühle, die Menschen beschleichen, wenn sie eine Immobilie erben. Ein (geliebter) Mensch ist gegangen und hat etwas hinterlassen, nun müssen die Erben entscheiden, was damit passieren soll. Bei Häusern stellt sich diesbezüglich immer die Frage, welcher Weg der richtige ist: verkaufen oder selbst bewohnen? Entscheidet man sich für Letzteres, ist oftmals eine Sanierung notwendig.

Damit die Entscheidung etwas leichter fällt, haben wir einige Tipps zum Verkauf und zur Sanierung einer Immobilie zusammengestellt.

Wann empfiehlt es sich, das Haus zu verkaufen?

Oft handelt es sich bei geerbten Immobilien um ältere Wohnobjekte, die zudem sanierungsbedürftig sind, da die älteren Menschen nicht mehr die finanziellen Mittel und/oder die Kraft dazu besitzen, sich um die laufende Instandhaltung zu kümmern. Für die Erben gilt es dann abzuwägen, ob sich eine Sanierung lohnt oder der Verkauf die bessere Lösung darstellt. Hierbei kommt es natürlich in erster Linie darauf an, welche zukünftige Nutzung angestrebt wird.

Der Verkauf des Objektes kommt insbesondere dann infrage, wenn die Erben es nicht selbst nutzen möchten. Aber auch dann, wenn die für eine Sanierung notwendige Bausubstanz nicht oder nur unzureichend vorhanden ist, ist der Verkauf meist die bessere, stressfreiere Lösung. Gleiches gilt, wenn der bzw. die Erben Probleme damit bekommen, die im Zuge des Erbes fällige Erbschaftssteuer zu zahlen. Vom erzielten Verkaufspreis kann diese dann entrichtet werden und es bleibt noch ein schöner Batzen Geld übrig. 

Oder lieber doch sanieren?

Trifft Obengenanntes nicht zu und die Erben möchten das Objekt zukünftig selbst bewohnen, ist zunächst der tatsächliche Zustand zu eruieren. Da die wenigsten Menschen dies können, empfiehlt es sich, einen Bausachverständigen bzw. Gutachter hinzuzuziehen. Dieser kann nicht nur die Bausubstanz fachmännisch einschätzen, sondern auch die Kosten einer notwendigen Sanierung zumindest als groben Rahmen nennen. Erst mit diesen Informationen sollten die Erben die endgültige Entscheidung treffen, ob saniert wird oder nicht.

Die Entscheidung steht: Jetzt kann es losgehen!

Wer sich letztendlich dafür entschieden hat, die geerbte Immobilie für sich oder zum anschließenden Vermieten zu sanieren, muss dabei einige Punkte beachten. Nachfolgend unsere wichtigsten Tipps.

Bestandsaufnahme und Entrümpeln

Gerade ältere Menschen sammeln oftmals über die Jahre und Jahrzehnte viel Hab und Gut an, das die Erben zunächst einmal sichten und nach Verwertbarem und zu entsorgenden Gegenständen trennen müssen. Wer sich hiermit überfordert fühlt: Eine Entrümpelungsfirma hilft, das Haus zunächst in einen Zustand zu bringen, in dem dann mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten begonnen werden kann. Da die eigenständige Entsorgung von Hausrat und Baumaterial heute – etwa über die städtischen Wertstoffsammelstellen – oft sehr teuer ist, erweist sich das für einen Profi angelegte Geld hier meist als sinnvolle Ausgabe.

Das Haus zukunftssicher machen: Energetisch sanieren und modernisieren

Im Zuge einer Sanierung sollte heutzutage auch immer über die energetische Gebäudemodernisierung nachgedacht werden. Sie rechnet sich entgegen landläufiger Vorurteile nicht erst nach Generationen. Bis zu 85 Prozent der Energiekosten können eingespart werden, und das Ganze wird auch noch gefördert: Von den Sanierungskosten für ein Einfamilienhaus von beispielsweise 70.000 Euro bekommt der Hausbesitzer rund 15.000 Euro über staatliche Förderungen zurück. Die jährliche Einsparung beträgt anschließend fast 3.000 Euro. Das Ergebnis: Bereits nach etwa 15 Jahren ist bei cleverer Finanzierung, etwa über die KfW, die Investition wieder eingespielt.

Für das eigene Alter vorsorgen

Die meisten Menschen möchten auch im Alter so selbstbestimmt wie möglich leben und deshalb in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Eine barrierefreie Umgestaltung der Räume sollte man allerdings nicht erst dann anpacken, wenn die Beweglichkeit schon eingeschränkt ist. Sofern ein geerbtes Haus sowieso saniert wird, bietet es sich daher an, auch eine altersgerechte Modernisierung vorzunehmen.

Eine solche Modernisierung ist für Haus- und Wohnungsbesitzer auch deshalb attraktiv, weil sie vom Staat unterstützt wird. Das Förderprogramm „Altersgerecht umbauen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt dafür beispielsweise besonders zinsgünstige Darlehen zur Verfügung. Neben Umbaumaßnahmen etwa in Sanitärräumen, Maßnahmen zum Schaffen von Bewegungsflächen oder zum verbesserten Wohnungszugang sind auch Umbauten zur Hausautomation voll förderfähig.

Mehr Platz schaffen

Ältere Häuser weisen oft recht kleine Räume und teilweise ungünstige Grundrisse auf. Auch dies kann im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen beseitigt bzw. stark verbessert werden. Nichttragende Wände lassen sich entfernen oder versetzen, sodass aus den zuvor vielen kleinen und schlecht nutzbaren Räumen ein wahres Wohnparadies geschaffen werden kann.

Falls dies noch nicht ausreicht, bietet sich etwa ein Dachausbau an. Dazu ist es notwendig, das Dach ausreichend zu dämmen und ggf. Fenster einzubauen. Anschließend können die Trockenbauarbeiten in Angriff genommen werden. Natürlich muss man in diesem Zuge auch für eine sichere und bequeme Treppe ins neue Obergeschoss sorgen. Die Arbeiten lohnen sich jedoch unbedingt!

Verfasst von Redaktion

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